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DLRG Statistik 2020: Mindestens 378 Todesfälle durch Ertrinken

Veröffentlicht: Montag, 15.03.2021
Autor: DLRG Bundesverband
Im vergangenen Jahr sind in Deutschland mindestens 378 Menschen ertrunken. Davon verloren in Binnengewässern 335 Personen, das sind rund 88 Prozent der Opfer, ihr Leben. Diese Zahlen gab der DLRG Bundesverband am 9. März in Berlin bekannt.
Die  Anzahl  der  Opfer  ist  2020  im  Vergleich  zum  Vorjahr  um  rund  neun  Prozent  auf  378  zurückgegangen.  Viele  Monatszahlen  sind  verglichen  mit  2019  zwar  rückläufig, doch besonders auffällig ist die starke Zunahme an Ertrinkungstoten im August. Hier verzeichneten die Lebensretter mit 117 Opfern einen deutlichen Anstieg.  Im  August  2019  waren  es  noch  45  ertrunkene  Personen.  „Besonders  das  heiße  Sommerwetter  im  August  lud  die  Menschen  zu  spontanen  Ausflügen  an  die  Binnengewässer  und  die  Strände  an  Nord-  und  Ostsee  ein“,  sagte  DLRG  Präsident  Achim Haag.  „Dadurch,  dass  Corona-bedingt zudem viele Menschen in Deutschland geblieben sind oder hier Urlaub gemacht haben, war der Andrang teil-weise  sehr  groß  und  unsere  Ehrenamtlichen  an  den  vielen  Rettungsstationen  hatten  viel  zu  tun“,  erklärte  Haag.
Wie  sich  schönes  Wetter  auf  die  Ertrinkungsfälle  auswirken  kann,  zeigten  die  Monate  Juni,  Juli  und  August  auch  in  diesem  Jahr:  234  Personen  ertranken  in  diesen  immer  wieder  von  Hitzewellen  und  Trockenheit  geprägten   Monaten.   Das   sind   über   60   Prozent   der   tödlichen   Wasserunfälle   des   gesamten   Jahres. Die  tödlichen  Unfälle  an  den  Strandabschnitten  der  Nord-  und  Ostsee  haben  sich  im  Vergleich  zu  2018  und  2019 weiter reduziert. An den Küsten zwischen Borkum und Usedom starben 21 Menschen (sechs in der Nord- und 15 in der Ostsee). Auch die Zahl der Todesfälle in Schwimmbädern nahm ab. 2020 verzeichnete die DLRG Statistik  sechs  Opfer  (2019:  11)  in  Frei-,  Hallen- und Naturbädern. In privaten Swimmingpools ertranken zwei Menschen.

Verlorenes Jahr in der Schwimmausbildung

Besonders vom  Ertrinken  betroffen  sind  Kinder  und  junge  Menschen.  18  Kinder  (2019:  17)  im  Vorschul-  und fünf  (acht)  im  Grundschulalter  kamen  im  Wasser  ums  Leben.  DLRG-Präsident  Haag:  „Hier  ist  sicherlich  die  bereits  an  sich  zurückgehende  Schwimmfertigkeit  bei  den  Kindern  eine  Ursache,  was  das  Corona-Jahr  2020  durch längerfristig geschlossene Bäder leider nur verschlimmert hat.“  So sorgten die sich verschlechternden Rahmenbedingungen  dafür,  dass  weniger  junge  Menschen  schwimmen  lernen.  „Das  Jahr  2020  war  für  die  Schwimmausbildung  ein  verlorenes  Jahr“,  beklagte  Haag.  „Die  Anstrengungen  müssen  deutlich  intensiviert  werden,  um  marode  Bäder  zu  sanieren  und  Schulunterricht  sicherzustellen.  Sobald  die  Bäder  wieder  öffnen  können, gilt es, zusätzliche Wasserzeiten für die Ausbildung zu schaffen.“
Wie  in  den  Vorjahren  ertranken  die  meisten  Menschen  in  Bayern,  dort  kamen  79  Personen  ums  Leben  –  16 weniger als im Jahr zuvor. Auf Rang zwei rangiert Niedersachsen mit 50 Todesfällen.

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