Geschichte der DLRG OG Neuffen-Beuren

Wiedergeburt: Die Ortsgruppe Neuffen-Beuren

Im Jahr 1984 gab es die DLRG Ortsgruppe Neuffen tatsächlich nur noch auf dem Papier mit lediglich 42 passiven Mitgliedern. Die Bücher wurden von Werner Kicherer als 1. Vorsitzenden und Hildegard Merner als Kassier geführt.
Auch in der Beurener TSV-Abteilung „Schwimmen“ tat sich mangels TrainerInnen und Perspektiven (zu alt für Wettkämpfe) nicht viel. Dr. Dietrich Braun - er fungierte zu dieser Zeit als Arzt auf Landesverbandsebene und pflegte enge Kontakte nach Nürtingen zum dortigen OG- und auch Bezirks-Vorsitzenden Adolf Zimmermann - war schon längere Zeit Mitglied der DLRG OG Neuffen und äußerte schlussendlich die rettende Idee, diese zwei Gruppen zusammenzuführen.
In Einzelgesprächen mit einigen TSV-Schwimmern, einigen alten Neuffener DLRG‘lern und der frisch nach Beuren gezogenen Lehrerin Sigrid Meckel überzeugte er alle von seiner Idee. Es folgte eine Einladung zur Versammlung am 25.10.1984 ins Gasthaus „Hirsch“ (dort, wo heute die Kreissparkasse steht) in Beuren. Kamerad Braun fackelte nicht lange, nach einer kurzen Begrüßungsrunde (viele kannten sich ja gar nicht) wurden die vakanten Posten an fast alle Anwesenden verteilt - fertig. Der einzige "Streitpunkt" war die Benennung der alten, neuen Ortsgruppe, die dann schließlich als "DLRG OG Neuffen-Beuren" mit ca. 50 Mitgliedern wiederbelebt wurde. In dieser Zeit wurden enge Kontakte mit der Ortsgruppe Nürtingen geknüpft, die bis heute bestehen.
Mit großem Elan nahm die (auch altersmäßig) junge OG ihre Arbeit auf. Vordergründig war die Erschließung von Geldquellen, da außer einer Rettungsleine mit Gurt und uralten Köperanzügen kein Material vorhanden war. Deshalb erfolgte die Teilnahme an Trödel- und Weihnachtsmärkten sowie am Beurener Kelterfest mit unseren Wasserspielen für Kinder. Lehrgänge und Kurse wurden von den Teilnehmern selbst bezahlt.

1. Vergleichswettkampf in Wernau, 20.07.1985

Das Training wurde anfangs (1984 - 1986) von Jochen Döbler und Axel Bürger von der OG Nürtingen geleitet, da OG-intern kein Lehrscheininhaber vorhanden war und nur wenige Mitglieder bereits ausgebildete Rettungsschwimmer waren. Der enge Kontakt zur OG Nürtingen war vor allem Hadi (Hans-Dietrich Braun) und einigen älteren TSV-Schwimmern zu verdanken (diese waren mittlerweile dort aktiv). Schnell entwickelte sich eine gute Kameradschaft, es kamen immer mehr Schwimmer ins Training und die OG wuchs. Der Zusammenhalt wurde durch viele gemeinsame Aktionen, teils aus der Schwimmerzeit übernommen, wie die 1.-Mai-Wanderung, die Weihnachtsfeier, die Vereinsmeisterschaften, usw. gestärkt. Anderes kam hinzu: Zelt- und Hüttenfreizeiten, Felsenfeier am 2. Weihnachtsfeiertag, Silvesterfeiern bei den „Nürtinger Zwillingen“, Rettungswache am See und im Freibad (zuerst als Helfer bei der OG Nürtingen), Rettungsvergleichswettkämpfe, Bezirksmeisterschaften, Aufsicht beim Mutter & Kind Schwimmen, Markungsputzete, Freibadfeste... Viele Veranstaltungen haben bis heute ihren Platz im Vereinsleben. Durch die gute Arbeit konnten unsere Mitgliederzahlen stetig gesteigert werden. Auch die finanzielle Lage stabilisierte sich.

1987 kamen immer mehr Anfragen interessierter Eltern zur Gründung einer Kinder- und Jugendgruppe mit früheren Trainingszeiten. Im September wurde dann eine Jugendgruppe durch die Initiative von Sigrid Meckel gegründet. Das Training und die Rettungsschwimmausbildung, jetzt unter der Leitung von Sigrid Meckel, Mario Merner und Claudia Tonhäuser, unterstützt von Ralf Kies, Oliver Schlegel, Markus Schnizler und Evelyn Franz, wurden montags, von 17:30 Uhr bis 18:30 Uhr auf einer abgetrennten Bahn - während des regulären Badebetriebs - abgehalten.
Der damalige KSH-Schwimmmeister und Technische Leiter unserer Ortsgruppe, Heinz Klaue, hatte dementsprechend mit den Badegästen zu kämpfen, welche für unser Training weniger Verständnis zeigten - zumal „sportliche Übungen und Spiele“, die zu einer Belästigung der Badegäste führen konnten, laut Badeordnung (von 1986) ohnehin verboten waren, bzw. nach wie vor untersagt sind...

Allen Schwierigkeiten zum Trotz wies die Anwesenheitsliste 1988 bereits 41 Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren auf und erste Abzeichen konnten abgenommen werden. Aber nicht nur Schwimmtraining wurde angeboten, sondern erste Hüttenfreizeiten, Wanderralleys, Bastelabende, Elternabende, Ausflüge, Besuch des Nikolausis im Jugendtraining, Weihnachtsfeier der Jugend, usw. fanden statt. 1989 hatte die Jugend der DLRG Neuffen-Beuren sogar eine eigene Vorstandsriege mit engagierten jungen Leuten.

Im Jahr 1991, nach vielen Verhandlungen mit der Gemeinde Beuren, konnten die Kinder und Jugendlichen in drei Gruppen (Seepferdchen, Delphin und Hai) von 17:30 Uhr bis 18:30 Uhr in der KSH - jetzt außerhalb der regulären Öffnungszeiten - trainieren. Dadurch war es wieder möglich, weitere Kinder und Jugendliche ins Training aufzunehmen. Die Mitgliederzahlen wuchsen beständig.

1994 bekam die DLRG OG Neuffen-Beuren eine weitere Trainingsstunde am Montag zur Verfügung gestellt, sodass dann von 17:30 Uhr bis 19:30 Uhr in sechs Gruppen trainiert werden konnte. Mittlerweile betätigten sich unsere ersten „eigenen“ jugendlichen SchwimmerInnen als Kinder- und Jugendtrainer. Die Mitgliederzahl konnte durch die erfolgreiche Jugendarbeit auf über 150 (1994) vergrößert werden.

Durch Teilnahme der Trainer und Aktiven an vielen Ausbildungsangeboten des Bezirks, des LVs und eigenen Spezialkursen (mit M. Becker von der DLRG Esslingen) war (und ist nach wie vor) das Niveau im Training und der Ausbildung sehr hoch. Durch die gute Kameradschaft sowie den Zusammenhalt von Jung und Alt konnten die vielen Aufgaben gemeistert werden. Immer wieder gelang es neue Mitglieder in die Aktivenarbeit sowie in die Vorstandschaft zu integrieren, um so den Fortbestand zu sichern. Die Ortsgruppe wuchs bis zum Jahr 2000 wieder auf 299 Mitglieder an.

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