Berichte aus dem Jahre 2004 der DLRG OG Neuffen-Beuren

Rettungswache auf der Nordseeinsel Borkum vom 14.08.2004 - 04.09.2004

"Alle Jahre wieder..." Bereits zum dritten Mal waren von der DLRG OG Neuffen-Beuren vier Rettungsschwimmer auf der westlichsten, noch zu Deutschland gehörenden Nordseeinsel Borkum. Am Samstagmorgen des 14. Augusts 2004 ging es um 9:00 Uhr am Nürtinger Bahnhof auf die beinahe 13 Stunden dauernde Reise gen Norden per Zug und Katamaran. Gegen 21:30 Uhr kamen wir völlig erschöpft von der anstrengenden Fahrt und der Gepäckschlepperei in unserer Unterkunft "Am Quabben 3" an. Den bereits anwesenden Rettungsschwimmern zum Trotz ging es sofort ins Bett, anstatt wie normalerweise jeden Abend in eine Bar oder den "Inselkeller".
Am nächsten Morgen begann für alle um 9:00 Uhr der Dienst. Wir wurden dazu von unserem Abschnittsleiter auf die vier bewachten Strandabschnitte (Süd-, Nord-, Jugend- und FKK-Bad) verteilt. Unser Dienst begann normalerweise immer mit der Reinigung und Desinfektion der Wachstation, dem Freischaufeln der Laufdielen, usw. und natürlich ganz wichtig: dem gemeinsamen Frühstück. Frisch gestärkt wurden dann Station und unsere Kuutse an der Wasserkante besetzt, sowie das Motorrettungsboot einsatzbereit gemacht.
Eine gravierende Änderung im Vergleich zu letztem Jahr gab es allerdings: Unsere ehemalige Station wurde durch einen Wirbelsturm, der Mitte Juni 2004 über Borkum fegte, völlig in ihre Einzelteile zerlegt. Drei Rettungsschwimmer, die sich dabei in der Station befanden wurden zum Glück nur leicht verletzt. So kamen wir in Besitz von "Big Brother"-ähnlichen Containern - allerdings ohne Kameras. Für Jugend- und FKK-Bad erwies sich dies als Glücksfall, denn die alten Stationen waren kleiner und schlechter ausgestattet, allerdings wurde am Hauptstrand (Nordbad) ebenfalls nur ein Container aufgestellt, der sich als deutlich zu klein herausstellte. Vermutlich wird zu Beginn der nächsten Wachsaison im Jahr 2005 ein weiterer hinzukommen.
Bedingt durch das mehr oder weniger schlechte Wetter waren leider nur sehr wenige Badegäste am Strand, sodass es für uns Rettungsschwimmer relativ wenig zu tun gab. Bei besonders schlechtem Wetter wurde die Besetzung jeder Rettungswachstation auf ein Minimum von 2 Leuten reduziert, der Rest durfte nach Hause gehen. Da die meisten aber trotzdem dann auf Station blieben um den anderen Gesellschaft zu leisten anstatt alleine zu Hause zu sitzen, wurden auch diese besonders miesen Tage wenigstens etwas aufgeheitert. Außer einigen relativ unspektakulären Erste-Hilfe-Fällen , wie z.B. Schnittwunden, verursacht durch scharfkantige Muscheln, oder Splitter von den Laufdielen gab es für uns den Tag über manchmal nichts anderes zu tun. Zum Glück gab es nur sehr wenige schwerere Verletzungen, die - wie es meistens eben ist - kurz vor Dienstende, also gegen 17:30 Uhr passierten. So z.B. ein Mann, der sich durch einen Sturz zwei sehr stark blutende Wunden am Knie zuzog, oder eine Frau, die sich beim Volleyball spielen einen Kapselriss am Sprunggelenk einfing. An solchen Tagen mussten dann wohl oder übel Überstunden geschoben werden..., wobei man wissen sollte, dass wir als Rettungsschwimmer sieben Tage in der Woche von morgens 9:00 Uhr bis abends 17:30 Uhr am Strand ehrenamtlich unseren Dienst verrichteten.
Erst in unseren letzten drei Tagen auf der Insel besserte sich das Wetter schlagartig - und damit nahmen auch die Anzahl der Badegäste und die damit verbundene Anzahl an Verletzungen merklich zu - bis zu 20 leichte Erste-Hilfe-Leistungen pro Tag. Hinzu kamen noch zahlreiche Eltern- sowie Kindersuchmeldungen. Allein im Monat August wurden beinahe 500 leichte Erste-Hilfe-Leistungen, sowie fast 150 Suchmeldungen statistisch erfasst - an einem Strandabschnitt!
Dieser anstrengende Dienst musste abends natürlich entsprechend ausgeglichen werden. Nach dem Essen, das wir uns selbst zubereiten mussten, wurde meistens spontan entschieden, welche Bar, welches Lokal, welches Fest (an den Wochenenden fanden Volleyballer-Feten am Strand statt) durch uns unsicher gemacht wurde. Je nachdem wie "anstrengend" der Dienst war, dementsprechend lange dauerte natürlich auch die Ausgleichsphase...
Ein besonderes Highlight, das nicht jedem vergönnt ist, wurde uns, durch unsere Funktion als Rettungsschwimmer und aktive Mitarbeiter bei der Wasserrettung, ermöglicht: Die Besichtigung des Seenotrettungskreuzers "Alfried Krupp" und des Tochterschiffes "Glückauf". Wir hatten zwar schon Schauvorstellungen gesehen, die immer wieder vor dem Hauptstrand stattfanden und bei denen dann einige Manöver durchgeführt worden waren, jedoch war uns nie ein Blick "hinter die Kulissen" vergönnt gewesen: Jede Menge Technik, eingepfercht auf engstem Raum, eine Besatzung, die 14 Tage rund um die Uhr einsatzbereit sein muss und praktisch auf "ihrem" Seenotrettungskreuzer lebt...
Trotz mehrheitlich schlechtem Wetter gingen die drei Wochen, in denen wir auf Borkum waren, erstaunlich schnell vorüber. Durch die Tatsache, dass jetzt, wenn wir die Insel wieder verlassen mussten, gutes Wetter war und wir einige gute Bekanntschaften und Freundschaften geschlossen hatten, fiel uns der Abschied verständlicherweise besonders schwer. Aber eines ist jedem von uns klar: Einmal Borkum, immer Borkum. In diesem Sinne wird bestimmt auch nächstes Jahr wieder eine Delegation unserer OG Neuffen-Beuren auf Borkum vertreten sein.

(FS)

Trainingsabschlussfest am 22.07.2004

Unser letzter eigentlicher Trainingsabend wurde nicht wie üblich in unserer Kleinschwimmhalle mit einer Partie Wasserball beendet, sondern er wurde ausnahmsweise in das Höhenfreibad in Neuffen verlegt. Dort wurde gegrillt, Tischtennis gespielt und bei einigen Runden Tischfußball über bereits vergangene und zukünftige Aktivitäten geplaudert.

(FS)

Trainerfreizeit in Haiming (Imstal/Österreich) vom 20.05.2004 - 23.05.2004

Am 20. Mai fand die diesjährige Trainerfreizeit der DLRG OG Neuffen-Beuren statt. Von der Kleinschwimmhalle aus fuhren wir ab; Ziel war Haiming im Imsttal/Österreich.
Am Campingplatz angekommen machten wir uns erst mal ans Zelt aufbauen, um ein Quartier für die Nacht zu haben. Den Abend ließen wir ruhig ausklingen, um fit für den nächsten Tag zu sein, der sportlich werden sollte.
Nach gemütlichem Frühstück unter freiem Himmel ging's dann endlich los: Raften auf der Imst bei 8°C! Trotz den Neoprenanzügen war das Wasser immer noch recht kühl, spätestens jedoch beim Durchfahren der Stromschnellen wurde auch dem Letzten warm. Nach knapp drei Stunden war die Tour zu Ende und alle drängten sich unter die Duschen, um die Kälte wenigstens kurzzeitig zu besiegen.
Nach soviel Wasser freuten wir uns aufs Grillen am Campingplatz im Trockenen. Doch daraus wurde nichts - kaum angekommen fing es wolkenbruchartig an zu regnen und unsere Tüftler waren gefragt. Aus einer Wäscheleine, Plastikplanen und sonstigen Gegenständen wurde schnell ein Vordach gebaut unter dem wir dann doch noch halbwegs trocken zum Grillen kamen.
Am nächsten Tag hatten wir eine Canyoning Tour in der Hachleschlucht geplant - wir wollten dem natürlichen Lauf des Flusses folgen: vom Berg hinab ins Tal. Wir stürzten uns ins 4°C kalte Wasser und wateten im Bachbett flussabwärts. Oft stürzte das Wasser aus 10m nach unten, wir wurden an Seilen gesichert und seilten uns dann neben dem Wasserfall ab. Wieder mal völlig durchnässt kamen wir nach zweieinhalb Stunden wieder im Tal an und der Ansturm auf die Duschen war ähnlich dem am Vortag. Nach dieser anstrengenden Tour hatten wir uns die Pizza am Abend redlich verdient.
Am nächsten Tag hieß es dann Abschied nehmen von der beeindruckenden Bergwelt, denn es ging zurück nach Beuren. Nach diesem verlängertem Wochenende am Fluss war wohl jeder froh, sich zu Hause wieder richtig aufwärmen zu können.

(AG)